Leitbild 1: Gemeinsam für klimaadaptive und resiliente Städte

Kommunale Praxis, angewandte Forschung und technologische Expertise kamen in Lemgo zusammen, um konkrete Lösungen für Klimafolgenanpassung und widerstandsfähige Infrastrukturen zu entwickeln. Am 18. Juni 2026 fand im CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT) auf dem Innovation Campus Lemgo die Veranstaltung „Technologie trifft Kommune“ statt. Im Mittelpunkt stand das Leitbild der klimaadaptiven, resilienten Stadt und Region. Das Team Future City Solutions des Fraunhofer IOSB-INA brachte dazu Fachleute aus Kommunen, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Ziel war es, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, praxiserprobte Ansätze vorzustellen und neue Kooperationen anzustoßen.

© Fraunhofer IOSB-INA
Berichtete über Projekte, die Städte mit Logik und Mathematik smarter machen – zum Beispiel die Schaltungen von Lichtsignalanlagen: Dr. Magnus Redeker.

Die Kombination aus Projektimpulsen, kommunalem Erfahrungsbericht, Workshops, Ausstellung und Podiumsdiskussion schuf vielfältige Möglichkeiten zur Beteiligung. So entstanden wertvolle Kontakte zwischen Menschen, die Klimaanpassung strategisch planen, technologische Lösungen entwickeln und Maßnahmen vor Ort umsetzen.


Technologien für Klimaanpassung und Resilienz

Nach der Begrüßung durch Michaela Lödige und Christine Wegner vom Fraunhofer IOSB-INA erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Arbeit von Future City Solutions. Anschließend zeigten mehrere Kurzimpulse, wie digitale Technologien Kommunen und Regionen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen können.

Das thematische Spektrum reichte vom Aufbau eines digitalen Klimaspeichers und der Entwicklung einer klimaresilienten Region OWL über die Hochwasser- und Starkregenvorsorge mit IoT und Künstlicher Intelligenz bis zur energetischen Optimierung von Abwasserableitung und -behandlung. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit der KI-basierten Auswertung von Drohnenbildern für Starkregengefahrenkarten, einem nachhaltigeren und präziseren Winterdienst sowie mit dem Schutz kritischer Infrastrukturen vor Cyberangriffen.

Die präsentierten Projekte machten deutlich, dass Klimafolgenanpassung und Digitalisierung eng miteinander verbunden sind. Sensorik, Datenplattformen, KI-Verfahren und digitale Modelle können Risiken frühzeitig sichtbar machen, Entscheidungen fundierter vorbereiten und den Einsatz kommunaler Ressourcen verbessern. Gleichzeitig wurde betont, dass technologische Lösungen immer an den konkreten Bedarf einer Stadt oder Region angepasst werden müssen.
 

Erfahrungen aus der kommunalen Praxis

Mit dem Vortrag von Anon Göttling von der Stadt Paderborn rückte die praktische Perspektive einer Kommune in den Fokus. Die Erfahrungen aus der Klimafolgenanpassung zeigten, wie wichtig klare Zuständigkeiten, belastbare Datengrundlagen und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche sind.

Der anschließende Austausch bot Raum für Fragen zu Umsetzung, Finanzierung und organisatorischen Voraussetzungen. Dabei wurde deutlich: Klimaresilienz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die Stadtplanung, Umwelt, Tiefbau, Wasserwirtschaft, Bevölkerungsschutz, Digitalisierung und politische Entscheidungsträger gleichermaßen betrifft.
 

Direkter Austausch in Workshops

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in drei Workshops an zentralen Fragestellungen der kommunalen Klimafolgenanpassung. Ein Schwerpunkt lag auf geeigneten Kennzahlen, mit denen sich die Wirkung und der Mehrwert von Maßnahmen nachvollziehbar bewerten lassen. Eine weitere Gruppe diskutierte, welche Daten und Technologien für eine klimaangepasste Stadt und Region benötigt werden. Im dritten Workshop standen Schwammstadt-Konzepte und deren Übertragung auf konkrete Stadtquartiere im Mittelpunkt.

Die interaktiven Formate ermöglichten es, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden. Kommunale Herausforderungen konnten direkt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und technologischen Lösungsansätzen abgeglichen werden. Dadurch entstanden neue Anknüpfungspunkte für gemeinsame Vorhaben, vertiefende Gespräche und mögliche Erprobungsprojekte.

Gerade der offene Austausch über praktische Erfahrungen, bestehende Hürden und individuelle Bedarfe erwies sich als wertvoll. Neben erfolgreichen Ansätzen wurden auch offene Fragen thematisiert – eine wichtige Grundlage, um tragfähige Lösungen statt isolierter Einzelmaßnahmen zu entwickeln.


Ausstellung und Pausen als aktive Netzwerkformate

Auch außerhalb des offiziellen Programms nutzten die Teilnehmenden die zahlreichen Gelegenheiten zur Vernetzung. Beim Ankommen, während der Mittagspause sowie in Ausstellung und Showroom wurden Projektideen vertieft, Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte zwischen Kommunen, Forschung und Unternehmen geknüpft.

Die Gespräche zeigten, wie groß das Interesse an übertragbaren Lösungen und langfristigen Partnerschaften ist. Insbesondere der direkte Kontakt zwischen kommunalen Verantwortlichen und Technologieexperten erleichterte es, Anforderungen frühzeitig zu benennen und mögliche Lösungswege gemeinsam zu prüfen.
 

Ergebnisse im Dialog zusammengeführt

Zum Abschluss wurden die Erkenntnisse aus den Workshops im Plenum vorgestellt. Die von Dimitri Ravin von UrbanDigital moderierte Podiumsdiskussion führte die unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Prof. Jan Visscher von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Lena Sargalski, CDO der Stadt Bad Salzuflen, und Dr. Stefanie Hittmeyer vom Fraunhofer IOSB-INA diskutierten die Voraussetzungen für eine erfolgreiche kommunale Transformation.

Im Mittelpunkt standen die Übertragbarkeit von Lösungen, die Zusammenarbeit über Fach- und Organisationsgrenzen hinweg sowie der Weg von der Idee in die praktische Umsetzung. Als wesentliche Erfolgsfaktoren kristallisierten sich gemeinsame Zielbilder, eine verlässliche Datenbasis, passende technologische Werkzeuge und belastbare Netzwerke heraus.


Fazit: Resilienz entsteht durch Zusammenarbeit

„Technologie trifft Kommune“ zeigte, dass klimaadaptive Städte und Regionen nicht allein durch einzelne Technologien entstehen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von kommunalem Wissen, wissenschaftlicher Kompetenz, geeigneten Daten und praxistauglichen Lösungen. Die unterschiedlichen Interaktionsformate ermöglichten einen offenen Dialog und legten die Grundlage für neue Kontakte und Netzwerke.

Die Veranstaltung setzte damit einen wichtigen Impuls für die weitere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Forschung und Wirtschaft. Sie machte zugleich deutlich, dass jede Stadt und jede Region über eigene Voraussetzungen und Potenziale verfügt, die gemeinsam identifiziert und gezielt weiterentwickelt werden können.
 

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