„Fakten statt Fakes"

Wie lässt sich unsere immer stärker vernetzte Welt widerstandsfähiger machen? Diese Frage stand im Zentrum des 8. Fraunhofer-Alumni-Summits am 14. November 2025 in Berlin. Forschende, Wirtschaftsexpertinnen und -experten sowie Vertreter staatlicher Institutionen diskutierten aktuelle Entwicklungen, demonstrierten praxisnahe Sicherheitslösungen und zeigten, wie Deutschland sich gegen Cyberangriffe, Desinformationskampagnen und hybride Bedrohungen wappnen kann.

© Fraunhofer IOSB-INA
Industrieller Prozess im Visier der Hacker: Der "Lernkoffer Cybersicherheit" bringt alle Komponenten und Schnittstellen einer Produktion im Kleinstformat mit – hier kann man live beobachten, wie Cyberattacken funktionieren und wie man Systeme resilient macht.

Unter dem Motto „Fakten statt Fakes – wie schützen wir uns vor Cyberkriminalität, Desinformation und hybriden Bedrohungen?“ bot die Veranstaltung Einblicke in zentrale Zukunftsthemen der zivilen Sicherheit. Eine exklusive Exkursion in die Zentrale des Bundesnachrichtendienstes gewährte am Vormittag seltene Perspektiven auf die Arbeit einer Organisation, die sonst im Hintergrund agiert. Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden in zwei Workshops selbst aktiv werden: durch das Nachstellen realistischer Angriffsszenarien oder die koordinierte Abwehr eines simulierten Cyberangriffs.

Innovative Exponate mehrerer Fraunhofer-Institute zeigten im Fraunhofer-Forum praktische Lösungsansätze zur Erkennung und Bewältigung moderner Bedrohungen. Besonderes Interesse weckte der Cybersecurity-Lernkoffer, präsentiert von M.Sc. Philip Kleen, Safety-Engineer am Fraunhofer-Institut in Lemgo. Das kompakte Demonstrationssystem bildet einen kleinen Industrieprozess inklusive Feldbus-Geräten und Steuerung nach und macht so Cyberangriffe sowie deren Abwehr anschaulich erlebbar.

„Industrielle Anlagen und ihre Komponenten werden zunehmend vernetzter  – und damit entstehen neue Angriffspunkte. Mit dem Cybersecurity-Lernkoffer zeigen wir, wie sich komplexe Zusammenhänge verständlich und praxisnah vermitteln lassen. So können Unternehmen Sicherheitsrisiken frühzeitig erkennen und ihr Know-how gezielt stärken,“ erklärt Philip Kleen. Der Lernkoffer ist eine Entwicklung der Lernlabore für Cybersicherheit in der Produktion von Fraunhofer. 

Den Abschluss bildete die Summit Night, in deren Rahmen Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft und Behörden hybride Bedrohungen, Cyberkriminalität und Desinformation analysierten und über notwendige Schritte für eine resilientere Gesellschaft diskutierten.

Unternehmen, die die zunehmende Vernetzung ihrer Prozesse im Blick haben, können sich einem Cybersecurity-Check durch das Fraunhofer-Institut in Lemgo unterziehen. So lassen sich Sicherheitslücken frühzeitig identifizieren – bevor sie zu realen Risiken werden.